Raketen stiegen in den lauen Abendhimmel. Auf den Kaianlagen tobten Kinder mit ihren Knicklichtern durch die Besucherscharen. Schaschlik-, Bratwurst- und Pommesdüfte zogen die Besucher zu den Imbissständen, die im gesamten Hafenbereich aufgebaut waren.
Helgoland feierte an diesem Wochenende, im August 1990, seine hundertjährige Zugehörigkeit zu Deutschland. Auf der wie
bleiern wirkenden Reede, reckten Großsegler ihre hohen Masten in den Abendhimmel. Zu Ehren dieses Anlasses hatten sie einen Zwischenstopp auf dem Weg zum Windjammertreffen in Bremerhaven
eingelegt.
Es war einer jener wenigen Tage, an denen die Deutsche Bucht sich den Besuchern so friedlich wie ein Ententeich darbot. Der Hafen von Helgoland war übervoll, von der gesamten Nordseeküste waren die Segel- und Motorboote gekommen. Diese Gelegenheit und dieses Wetter wollte sich kaum einer entgehen lassen.
Auch die ‚Aquila Marina‘, der fast vierzig Meter lange Toppsegelschoner des Rennfahrers Jochen Mass, war auf dem Weg nach Bremerhaven. Sie hingegen sollte ihr Ziel nie erreichen. Sie strandete in der Nacht zum 9. August 1990 auf den Sänden der Mellum Plate.
Treibende Holzteile waren die ersten Grüße, die uns die „Aquila Marina“ entsandte.
In der Nacht vom 8. auf 9. August 1990 war sie auf den Sänden zwischen der Weser und der Jade gestrandet. Wie man sieht, waren die Segel teilweise noch angeschlagen und es herrschte absolut ruhiges Wetter. Wenn man genau hinsieht kann man auch den Leuchtturm Mellumplate noch erkennen
Unkenntnis der Watten- und Tidengebiete, gepaart mit Leichtsinn, das sind häufigsten Ursachen, wenn es zu solch einem Unglück kommt.
Mit einem Auge auf die Echolotanzeige, mit dem anderen nach irgendwelchen Gegenständen im Wasser suchend.
Die Fockschot lose in der Hand, den Motor ausgekuppelt, so lassen wir uns langsam an die "Aquila Marina" herantreiben.